
City Survey
Q4 2025
Makroökonomisches Umfeld
Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland kommt nur graduell voran. Für 2025 rechnet das Statistische Bundesamt aus Basis vorläufiger Zahlen mit einem minimalen Wachstum von rund 0,2 %, bevor sich 2026 mit etwa 1,1 % eine moderate Belebung abzeichnen dürfte (Consensus Economics). Politische Unsicherheiten und strukturelle Defizite bremsen die Entwicklung. Um die Wachstumsdynamik dauerhaft zu stärken, ist die Umsetzung angekündigter Investitionsimpulse erforderlich. Das konjunkturelle Gesamtbild bleibt widersprüchlich: Während die Industrieproduktion zuletzt von einer verbesserten Auftragslage profitieren konnte, verzeichnete der Außenhandel deutliche Rückgänge. Im November 2025 sanken die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 2,5 %, während die Importe leicht zulegten. Besonders der Handel mit den USA, weiterhin wichtigster Absatzmarkt deutscher Produkte, entwickelte sich schwächer und ging um 4,2 % auf 10,8 Mrd. Euro zurück. Das Inflationsumfeld hat sich dagegen spürbar entspannt. Im Dezember 2025 lag die Teuerungsrate bei 1,8 %, die durchschnittliche Jahresinflation bei 2,2 %, der niedrigste Wert seit längerer Zeit. Sinkende Energie- und Lebensmittelpreise wirkten reduzierend, während der Dienstleistungssektor weiterhin preistreibend ist. Für 2026 wird eine Inflationsrate von rund 2,0 % erwartet. Damit bewegt sich die Preisentwicklung nahe am Zielwert der EZB, die den Leitzins derzeit bei 2,15 % hält. Am Jahresende zeigt sich die Verbraucherstimmung in Deutschland abkühlend: Während die Konjunkturerwartung stagniert, müssen sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung Verluste hinnehmen. Da zudem die Sparneigung spürbar zulegt, prognostiziert der GFK-Konsumklima-Indikator für den ersten Monat des neuen Jahres im Vergleich zum Vormonat einen deutlichen Rückgang von 3,5 Zählern auf -26,9 Punkte. Insgesamt wird jedoch mit einem vorsichtig optimistischen Ausblick für 2026 gerechnet. Nach dem konjunkturellen Tiefpunkt setzt eine schrittweise Erholung ein – bei weiterhin moderatem Tempo und anhaltendem Anpassungsdruck. Impulse für einen stabileren Welthandel sowie eine zunehmende Investitionsbereitschaft könnten die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sukzessive stützen und den Wachstumspfad stärken.
Wirtschaftswachstum und Inflationsentwicklung
(in % z. Vj.)
Quellen: Oxford Economics (Januar 2026), Colliers
Prognose ab Q1 2026
Die Europäische Zentralbank setzt ihren stabilitätsorientierten geldpolitischen Kurs fort und hat in ihrem jüngsten Beschluss den Hauptrefinanzierungssatz erneut bei 2,15 % belassen. Auch der Einlagesatz für überschüssige Liquidität der Kreditinstitute verbleibt unverändert bei 2 %. Während in den vergangenen Monaten vereinzelt noch mit einer geringen Zinssenkung am Markt gerechnet wurde, hat sich das Erwartungsbild inzwischen leicht verändert. Damit bestätigt sich der zu beobachtende Trend. Die Kapitalmarktzinsen bewegen sich leicht schwankend innerhalb einer engen Bandbreite. Entsprechend rechnen die Marktteilnehmer weder mit kurzfristigen Zinssenkungen noch mit einer erneuten markanten Straffung der Geldpolitik. Die zehnjährigen EUR-Swap-Sätze notierten zum Jahresende 2025 bei etwa 2,9 % und damit rund 50 Basispunkte über dem Niveau zu Jahresbeginn. Auf der konjunkturellen Seite bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Die schwache Auftragslage belastet weiterhin die Industrie und dämpft die Güternachfrage. Trotz einer insgesamt stabileren wirtschaftlichen Entwicklung verzeichneten die deutschen Exporte 2025 bereits das dritte Jahr in Folge einen Rückgang – diesmal um 0,3 %. Die Exportwirtschaft steht dabei unter erheblichem Druck durch höhere US-Zölle, die Aufwertung des Euro sowie den zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China.
Zinsentwicklung (in %)
Quellen: Oxford Economics (Januar 2026), Colliers
Prognose ab Q1 2026
Die Zinslandschaft präsentiert sich aktuell weitgehend stabil. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen lag zum Jahresende 2025 bei rund 2,9 % und damit leicht oberhalb des Jahresdurchschnitts. Gleichzeitig führen die geopolitischen Entwicklungen und auch politische Entscheidungen weiterhin zu temporären Volatilitäten an den Kapitalmärkten. Insbesondere Impulse aus den USA prägen die globale Zins- und Konjunkturwahrnehmung und beeinflussen regelmäßig die Neubewertung wirtschaftlicher Perspektiven. Trotz dieser Unsicherheiten überwiegt der Ausblick auf eine fortschreitende Stabilisierung im Jahr 2026. Für die Immobilienmärkte bedeutet dies weiterhin ein zunehmend kalkulierbares Finanzierungsumfeld, das Investitionsentscheidungen erleichtert und die Grundlage für eine schrittweise Belebung der Transaktionsaktivität schafft.
Anleihen- und Immobilienrenditen (in %)
Quellen: Oxford Economics (Januar 2026), Colliers
Prognose ab Q1 2026