
City Survey
Q1 2026
Investmentmarkt
„Erholung der kleinen Schritte“ zum Jahresauftakt bestätigt
In Deutschland wurden im ersten Quartal 2026 Immobilien im Wert von 8,6 Mrd. € gehandelt. Davon entfielen 6,5 Mrd. € auf Gewerbeimmobilien und 2,1 Mrd. € auf das institutionelle Wohnsegment ab zehn Wohneinheiten. Der Anstieg des Transaktionsvolumens von 11 % gegenüber dem Vorjahresauftakt ist maßgeblich auf den Gewerbebereich zurückzuführen, der um 25 % zulegte, während das Wohnsegment einen Rückgang von 16 % verzeichnete. Die Zahl der Abschlüsse im Gewerbesegment erreichte das Vorjahresniveau, woraus sich eine leicht gestiegene durchschnittliche Transaktionsgröße von 20 auf 25 Mio. € ergibt.
gewerbliches Transaktionsvolumen (+25 % z. Vj.)
Jahresauftakt im Zeichen moderaten Wachstums
Das Quartalsergebnis im Gewerbesegment entspricht der erwarteten „Erholung in kleinen Schritten“ für das laufende Jahr, unter der Voraussetzung eines moderaten Wirtschaftswachstums und stabiler Rahmenbedingungen an den Finanz- und Kapitalmärkten.
Transaktionsvolumen insgesamt und in Büroimmobilien (in Mrd. €)
Transaktionsvolumen nach Nutzungsarten insgesamt (in Mrd. €)
Quelle: Colliers
Der Rückgang des Transaktionsvolumens gegenüber dem umsatzstärksten vierten Quartal 2025 fällt mit minus 12 % im historischen Vergleich moderat aus, da üblicherweise Schwankungen von 30 bis 40 % zu beobachten sind. Gleichzeitig verzeichnen wir den stärksten Jahresauftakt seit dem Ende der zinsgetriebenen Boomphase.
Gestützt wurde das Ergebnis durch insgesamt sechs großvolumige Transaktionen ab 200 Mio. €, die knapp 30 % des Gesamtvolumens ausmachten. Vier davon entfielen auf Portfolioverkäufe, deren Marktanteil mit 28 % den höchsten Stand seit 2022 erreichte. Die beiden größten Transaktionen sind dem Gesundheitssektor zuzuordnen. Dazu zählen die Mehrheitsübernahme des belgischen REITs Cofinimmo mit seinen 59 deutschen Pflegeimmobilien durch den belgischen REIT Aedifica sowie der Verkauf eines europäischen Portfolios mit 17 deutschen Kliniken und Ärztehäusern vom kanadischen REIT Northwest Healthcare Properties an den US-amerikanischen Assetmanager TPG. Diese marktprägenden Abschlüsse führten dazu, dass Gesundheits- und Sozialimmobilien mit einem Marktanteil von 16 % nur knapp hinter Industrie- und Logistikimmobilien (17 %) auf Platz vier der umsatzstärksten Nutzungsarten liegen. Kartellrechtlich genehmigt wurde zudem der bereits Ende 2025 angekündigte Übertrag des Thermenportfolios der Wund Stiftung an die Therme Group.
Ausländisches Kapital treibt Großtransaktionen
Der seit längerem zu beobachtende Trend hin zu Sonderimmobilien mit nachhaltigen Betreiberkonzepten setzt sich fort.
Deutschland bleibt in diesem vergleichsweise zyklusunabhängigen Segment aufgrund seiner geringen Marktreife und der bestehenden Konsolidierungsmöglichkeiten ein attraktives Ziel für strategische Übernahmen, insbesondere für internationale Investoren. Unterstützt wird dies durch die insgesamt stabilen Rahmenbedingungen am deutschen Investmentmarkt, wo sich aktuell eine spürbare Belebung von Marktaktivitäten aus dem Ausland beobachten lässt. Zwischen Januar und März lag der Anteil internationalen Kapitals bei 43 %.
Büroimmobilien belegten mit einem Anteil von 26 % am Transaktionsvolumen Rang eins unter den gewerblichen Nutzungsarten und verzeichneten ein Plus von 15 % gegenüber dem Vorjahresvergleichsquartal. Dazu trug unter anderem der Kauf eines Bürogebäudes inklusive Rechenzentrum und Druckerei in Kaarst durch das Land Nordrhein-Westfalen als Eigennutzer für über 300 Mio. € bei. Es handelt sich dabei um die größte Einzeltransaktion seit Jahresbeginn. Auch Handelsimmobilien legten mit einem Plus von 13 % zu und gelangten mit 18 % Marktanteil auf Platz zwei.
Transaktionen überwiegend außerhalb Top 7
Das Transaktionsgeschehen spielt sich weiterhin überwiegend außerhalb der sieben großen Investmentzentren ab. Diese vereinten im ersten Quartal lediglich 32 % des Gesamtvolumens auf sich, was einem historisch niedrigen Wert im langjährigen Vergleich entspricht. Die einzige Transaktion im dreistelligen Millionenbereich innerhalb der Top 7 ist die Münchner Innenstadtimmobilie „Alte Akademie“ aus der Signa-Insolvenzmasse.
Aus der gut gefüllten Transaktionspipeline, darunter auch Objekte in innerstädtischen Bestlagen der Top 7, wurden bislang keine Abschlüsse realisiert. Angesichts der typischerweise längeren Vermarktungsprozesse im großvolumigen Segment war dies zum Jahresbeginn jedoch nicht überraschend. Trotz der Entwicklungen im Nahen Osten seit Anfang März bleibt die Investitionsdynamik insgesamt stabil. Einzelne großvolumige Schlüsseltransaktionen könnten sich zeitlich verschieben, dürften im Jahresverlauf jedoch wichtige Impulse für den Investmentmarkt setzen.
Die zuletzt wieder gestiegenen Inflationsrisiken, insbesondere infolge höherer Energiekosten, dämpfen die Aussicht auf kurzfristige Zinssenkungen.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Leitzinsen über einen längeren Zeitraum auf einem erhöhten Niveau bleiben. Für den Immobilienmarkt bedeutet dies ein anspruchsvolleres, aber nicht unerwartetes Marktumfeld: Finanzierungskosten sind deutlich gestiegen, und die zwischenzeitlich gewonnene Planungssicherheit von Risikoprämien und Zinsen wird durch eine erneute Zunahme der Volatilität relativiert. Mit anhaltender Dauer des Konflikts steigt zudem der Anpassungsdruck auf den Immobilienmarkt.
Renditebewegungen auf Jahressicht möglich
Es ist zu beobachten, dass in laufenden Preisverhandlungen aktuelle 10‑Jahres‑Swaprates sowie Renditen langlaufender Bundesanleihen von über drei Prozent zunehmend berücksichtigt werden. Banken nehmen Finanzierungen entsprechend sorgfältig unter die Lupe. Nachdem die Spitzenrenditen mit dem Ende des Zinserhöhungszyklus ein stabiles Niveau erreicht hatten und auch in den vergangenen drei Monaten weitgehend konstant geblieben sind, sind im Jahresverlauf erneute Aufwärtsbewegungen möglich. Abseits des Core‑Segments könnte sich das Repricing damit dynamischer entwickeln als ursprünglich angenommen.
Spitzenrendite Büroimmobilien (in %)
Quelle: Colliers
Ausblick: Markterholung bleibt vom Krisenverlauf abhängig
Der Jahresauftakt stimmt zuversichtlich, und auch die Gespräche auf der MIPIM haben ein wachsendes Investoreninteresse gezeigt, insbesondere seitens internationaler Kapitalgeber. Vor diesem Hintergrund ist ein Anstieg des Transaktionsvolumens um 10 bis 15 % auf rund 30 Mrd. € im Jahresverlauf realistisch. Sollte sich die geopolitische Lage jedoch weiter zuspitzen, könnten Verzögerungen bei großvolumigen Transaktionen sowie zusätzliche Preisanpassungen den Markthochlauf und die Dynamik im aktuellen Zyklus bremsen.
Kennzahlen zum deutschen Investmentmarkt
(jeweils Stand 1. Quartal)
| Deutschland | Berlin | Düsseldorf | Frankfurt | Hamburg | Köln | München | Stuttgart | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Transaktionsvolumen Gewerbe Q1 2026 (in Mio. €) | 6.523 | 572 | 280 | 232 | 244 | 150 | 618 | 13 |
| Transaktionsvolumen Gewerbe Q1 2025 (in Mio. €) | 5.220 | 853 | 80 | 92 | 469 | 117 | 460 | 40 |
| Veränderung im Vgl. zum Vorjahr | +25 % | -33 % | +250 % | +152 % | -48 % | +28 % | +34 % | -68 % |
| Größte Investorengruppe | Vermögensverwalter (Asset- / Fondsmanager) 23 % | Vermögensverwalter (Asset- / Fondsmanager) 32 % | Vermögensverwalter (Asset-/ Fondsmanager) 45 % | Corporates / Eigennutzer 52 % | Vermögensverwalter (Asset-/ Fondsmanager) 63 % | Private Investoren / Family Offices 26 % | Private Investoren / Family Offices 38 % | Private Investoren / Family Offices 88 % |
| Größte Verkäufergruppe | Projektentwickler / Bauträger 17 % | Vermögensverwalter (Asset-/ Fondsmanager) 52 % | Private Investoren / Family Offices 47 % | Vermögensverwalter (Asset-/ Fondsmanager) 68 % | Projektentwickler / Bauträger 53 % | Vermögensverwalter (Asset-/ Fondsmanager) 43 % | Projektentwickler / Bauträger 33 % | Private Investoren / Family Offices 88 % |
| Wichtigste Immobilienart | Büro 26 % | Büro 44 % | Büro 41 % | Büro 86 % | Büro 71 % | Büro 72 % | Mischnutzung 35 % | Büro 64 % |
| Spitzenrendite Büro | 4,90 % | 5,00 % | 4,95 % | 4,60 % | 4,75 % | 4,30 % | 4,80 % | |
| Spitzenrendite Einzelhandel | 5,00 % | 5,00 % | 4,85 % | 4,50 % | 5,00 % | 4,25 % | 4,80 % | |
| Spitzenrendite Logistik | 4,75 % | |||||||
| Spitzenrendite Hotel | 4,70 % |
Quelle: Colliers
Industrie und Logistik zeigt ein robustes Marktumfeld mit verzögerten Abschlüssen
Der deutsche Industrie- und Logistikimmobilienmarkt startete das Jahr 2026 mit einem Transaktionsvolumen von 1,1 Mrd. €. Das Ergebnis lag um 3 % unter dem Vorjahreswert. Mit einem Anteil von 74 % bestimmten Einzeltransaktionen das Marktgeschehen. Im gesamtgewerblichen Kontext erzielte die Nutzungsart Industrie & Logistik einen Marktanteil von 17 % und lag nach Büro (26 %) und Einzelhandel (18 %) auf dem dritten Platz.
Transaktionsvolumen I&L
(-3 % z. Vj.)
Das Transaktionsgeschehen wurde zuletzt von zwei zentralen Faktoren geprägt.
Zum einen sorgen weitere geopolitische Unsicherheiten für eine erhöhte Volatilität an den Kapitalmärkten und für veränderte Finanzierungskonditionen. Zum anderen hat sich die Nutzungsart Industrie & Logistik nach einer Phase überdurchschnittlicher Dynamik stabilisiert und verhält sich inzwischen weitestgehend synchron zu den etablierten Immobiliennutzungsarten wie Büro und Einzelhandel. Vor diesem Hintergrund haben sich Exklusivitätsphasen bei Transaktionen spürbar verlängert. Aktuell befinden sich mehrere Transaktionen mit einem Volumen von jeweils über 50 Mio. € seit mehreren Monaten in der Exklusivität. Die entsprechenden Verhandlungen kommen jedoch nur langsam voran und auch für die nächsten Monate ist eine Reihe von Großtransaktionen in Vorbereitung, so dass insgesamt ein solides Jahresergebnisses 2026 zu erwarten ist.
Transaktionsvolumen Industrie- und Logistikinvestments (in Mrd. €)
Quelle: Colliers
Großabschlüsse über 100 Millionen Euro verzögern sich
In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 konzentrierte sich das Transaktionsgeschehen überwiegend auf kleinere und mittlere Ticketgrößen. So entfielen 59 % des Investitionsvolumens auf Abschlüsse unterhalb von 50 Mio. €. Lediglich zwei Transaktionen bildeten eine Ausnahme und lagen in der Größenkategorie über 100 Mio. €. Hierzu zählten der Einzelverkauf des Mercedes‑Benz‑Logistikzentrums in Bischweier an einen US‑Investor sowie der Erwerb eines Logicor‑Portfolios mit fünf Logistikimmobilien durch die EQT Exeter Group.
Diese Abschlüsse sorgten dafür, dass internationale Investoren mit einem Anteil von 66 % deutlich dominierten. Ihr Anteil lag rund 19 Prozentpunkte über dem Vorjahreszeitraum (47 %) und auch deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt von 51 %.
Im ersten Quartal konzentrierte sich das Transaktionsgeschehen erwartungsgemäß auf das Core‑Plus‑Segment, das einen Anteil von 35 % erreichte und damit auf dem Niveau des Fünfjahresdurchschnitts von 34 % lag. Eine begrenzte Neubaupipeline, der zunehmende Fokus der Nutzer auf kürzere Mietvertragslaufzeiten sowie weiterhin restriktive Ankaufskriterien auf Käuferseite führten dazu, dass das Transaktionsvolumen im Core‑Segment insgesamt verhalten blieb.
Derzeit wird viel Kapital im Markt gesammelt und die Bereitschaft der Investoren, Transkationen zu tätigen, ist vorhanden.
Der aktuelle Irankrieg und die dadurch gestiegenen Energiekosten, folglich auch ein erhöhtes Inflationsrisiko, machen kurzfristige Zinssenkungen weniger wahrscheinlich. Die dadurch veränderten Finanzierungskonditionen wirken insgesamt bremsend auf das Transaktionsgeschehen. Bei laufenden Exklusivitäten sind aktuell keine nennenswerten Kaufpreisabschläge zu erwarten. Maßgeblich für die weitere Entwicklung dieser Transaktionen wird jedoch die Dauer und Intensität der politischen Auseinandersetzungen im Iran bleiben.
Ausblick: Renaissance der Sonderimmobilien von Regulatorien abhängig
Die Bruttospitzenrendite für Core‑Logistikimmobilien verharrte im ersten Quartal 2026 stabil bei 4,75 %. Die Entwicklungen rund um die geopolitischen Konflikte werden die weiteren Marktbewegungen beeinflussen. Vor diesem Hintergrund ist im Laufe des Jahres mit einer Anpassung des Renditeniveaus zu rechnen.
Spitzenrendite für Logistikobjekte (in %)
Quelle: Colliers
Geopolitische Konflikte belasten nicht nur die Resilienz internationaler Lieferketten, sondern rücken auch Fragen der europäischen Verteidigungsfähigkeit stärker in den Fokus.
Für den Logistikimmobilienmarkt bedeutet dies zum einen eine spürbare Ausweitung und Differenzierung der Nachfrageprofile, da vermehrt neue Nutzergruppen mit spezifischen sicherheits‑, produktions‑ und umweltbezogenen Anforderungen in den Markt eintreten. Die deutsche Industrie steht dabei vor der Herausforderung, neue Nachfrageimpulse aus der Defence-Industrie kurzfristig zu antizipieren. Daraus resultieren erhöhte Anforderungen an Logistikflächen, etwa hinsichtlich Abstandsflächen, Gefahrstoff‑ und WGK‑Konzepten sowie objektspezifischer Sicherheitsinfrastruktur. Gleichzeitig sehen sich Investoren mit einer begrenzten Prognostizierbarkeit der Drittverwendungsfähigkeit sowie noch unklaren regulatorischen Rahmenbedingungen konfrontiert. Das verkompliziert die Risiko‑ und Renditebewertung entsprechender Logistikimmobilien zusätzlich. Andererseits gewinnen asiatische Nutzer auf dem deutschen Vermietungsmarkt weiter an Bedeutung. Sie kommen sowohl aus dem E-Commerce-Bereich als auch aus dem Produzierenden Gewerbe und suchen deutschlandweit nach Flächen.
Im weiteren Jahresverlauf wird ein Anstieg der Nachfrage zu sehen sein, da ab dem 1. November eine neue EU‑Zollregelung für Onlinebestellungen unter 150 Euro aus Drittstaaten in Kraft tritt. In der Folge wird der Bedarf an Zwischenlagerflächen deutlich steigen. Diese Entwicklungen auf dem Vermietungsmarkt werden auch von Investoren wahrgenommen.
Entsprechend ist im weiteren Jahresverlauf mit einer zunehmenden Zahl von Transaktionen in Spezialimmobiliensegmenten, etwa in Forschungs‑ und Entwicklungsimmobilien sowie Cross‑Dock‑Objekten zu erwarten.
Diese Subsegmente bieten aus heutiger Sicht langfristig attraktive Mietwachstumspotenziale. Gleichzeitig stehen Investoren weiterhin vor Herausforderungen, insbesondere aufgrund der Bonitätsanforderungen asiatischer Nutzer sowie der eingeschränkten Drittverwendungsfähigkeit einzelner Defence-Immobilien.
Nahversorger-Pipeline und breiteres Investoreninteresse stützen Marktbelebung
Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland Einzelhandelsimmobilien für 1,2 Mrd. € gehandelt. Das entspricht einer Steigerung von 13 % gegenüber dem Vorjahresauftaktquartal. Im Vergleich aller Gewerbeimmobilien belegen Einzelhandelsobjekte derzeit mit einem Marktanteil von 18 % Platz zwei der umsatzstärksten Nutzungsarten, hinter dem Bürosegment (26 %) und knapp vor dem Industrie- und Logistikimmobilien mit 17 %.
Die Zahl der Abschlüsse stieg im Jahresvergleich um 55 %, was die spürbare Belebung der Marktaktivitäten unterstreicht. Infolgedessen sank die durchschnittliche Ticketgröße im Vorjahresvergleich von 25 Mio. € auf 18 Mio. €.
Transaktionsvolumen Einzelhandel (+13 % z. Vj.)
Transaktionsvolumen Einzelhandelsimmobilien (in Mrd. €)
Transaktionsvolumen nach Immobilientyp (Anteil in %)
Quelle: Colliers
Ausländische Investoren zeigen verstärktes Interesse an Nahversorgerportfolios
Im krisenresilienten Handel mit kleinvolumigen, lebensmittelgeankerten Fachmarktimmobilien ist eine zunehmende Marktdynamik zu beobachten.
Auch wenn der Portfolioanteil im ersten Quartal 2026 mit 21 % vergleichsweise niedrig ausfiel, trifft eine gut gefüllte Angebotspipeline attraktiver Nahversorgerportfolios aktuell auf eine wachsende Käuferschaft. Während heimische institutioneller Investoren, das Marktgeschehen hier über Jahre geprägt haben, sind derzeit auf der Käuferseite zahlreiche internationale Investoren aktiv, die entweder erstmals in Deutschland agieren oder nach längerer Abstinenz zurückkehren.
Einen Hinweis darauf bietet die größte im ersten Quartal abgeschlossene Transaktion. Unter den Mitbietern befanden sich zahlreiche ausländische Kapitalgeber, die sich gemeinsam mit namhaften Vermögensverwaltern zu Bietergemeinschaften zusammenschlossen. Den Zuschlag für die 37 von der TREI Real Estate veräußerten Lebensmittelmärkte erhielt letztendlich die CEV Handelsimmobilien, eine Tochter der Edeka-Zentrale.
Fachmärkte und Fachmarktzentren stellten auch in den ersten drei Monaten des Jahres mit Abstand die umsatzstärkste Handelsform dar. Sie vereinten jeweils 58 % des Transaktionsvolumens und der registrierten Verkäufe im Einzelhandelssegment auf sich. Drei Viertel bzw. zwei Drittel dieser Objekte verfügen über einen Lebensmittelanker.
Aufgrund der anziehenden Nachfrage haben die Bruttoanfangsrenditen für Fachmarktzentren in der Spitze bereits leicht auf 5,60 % nachgegeben, Lebensmittelfachmärkte rentieren bei 5,40 %.
Zunehmendes Interesse an Geschäftshäusern und Einkaufszentren mit Entwicklungspotenzial
Der seit der zweiten Jahreshälfte 2025 zu beobachtende Nachfrageanstieg nach innerstädtischen Geschäftshäusern und Shoppingcentern setzt sich fort, ungeachtet ausbleibender großvolumiger Verkäufe aus Insolvenzen in den sieben größten Investmentzentren Deutschlands seit Jahresbeginn.
Der Schwerpunkt der Marktaktivitäten lag in den vergangenen drei Monaten auf Objekten mit erhöhtem Revitalisierungsbedarf in der Größenordnung von 10 bis 30 Mio. €.
Vor allem eigenkapitalstarke Privatinvestoren, Family Offices sowie Projektentwickler können so mit einem überschaubaren Risiko Wertsteigerungspotenziale heben. Preisverhandlungen gestalten sich in diesem Segment weiterhin zäh. Insbesondere bei Shoppingcentern stehen die Renditen unter Druck.
Spitzenrendite 1a-Lage/Geschäftshäuser (in %)
Quelle: Colliers
Die mit Abstand größte Einzeltransaktion entfällt auf den Mehrheitsverkauf des Leipziger Einkaufszentrums Höfe am Brühl. Rund 90 % der Anteile wurden auf den tschechischen Investor Investika übertragen. Neben dem TREI-Portfolio handelt es sich um den einzigen Abschluss des Quartals im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Weitere Transaktionen in dieser Größenordnung befinden sich derzeit in Verhandlung. Die Prozesse benötigen allerdings ihre Zeit.
Während innerstädtische Geschäftshäuser rund ein Drittel aller Abschlüsse ausmachten, entfielen auf sie lediglich 15 % des Transaktionsvolumens. Demgegenüber vereinten Einkaufszentren bei einem Anteil von lediglich 11 % an der Anzahl der Abschlüsse etwa 27 % des Gesamtvolumens auf sich.
Ausblick: Moderate Marktbelebung hält an
Der Markt für Einzelhandelsinvestments wird bis auf weiteres auch bei angespannter geopolitischer Lage weiterhin positiv bewertet.
Steigender Inflationsdruck und rückläufige Konsumneigung treffen Nahversorgungsbranchen des Einzelhandels deutlich weniger als viele andere Bereiche, wie bereits nach Ausbruch der Ukraine-Krise zu beobachten war. Das dürfte die Nachfrage nach stabilen Nahversorgerportfolios weiter stärken, zumal diese aufgrund ihrer Resilienz zu den bevorzugten Anlagezielen stark selektiv agierender Banken zählen. Veräußerungen von Geschäftshäusern und Shoppingcenter mit Revitalisierungsbedarf werden wegen knapper und teurer Fremdfinanzierung schon seit Längerem von eigenkapitalstarken Investoren dominiert. Für das Gesamtjahr 2026 ist bei moderater Fortsetzung des eingeschlagenen Erholungspfades ein Transaktionsvolumen von 6 bis 7 Mrd. € realistisch.
Europa zieht an, Deutschland bleibt selektiv – Betreiberstrukturen als zentrale Werttreiber im Hotelinvestmentmarkt
Im europäischen Kontext zeigt sich der Hotelinvestmentmarkt zum Jahresbeginn 2026 mit spürbarem Rückenwind. Die anhaltende Erholung internationaler Kapitalströme nach Europa sowie eine steigende Investorenaktivität führen im ersten Quartal zu einem deutlich höheren Transaktionsniveau.
In Deutschland hingegen bleibt die Dynamik verhalten. Mit einem Transaktionsvolumen von rund 234 Mio. € liegt das Ergebnis im ersten Quartal unter dem langfristigen Durchschnitt. Ausschlaggebend ist dabei weniger ein Mangel an Investmentopportunitäten als vielmehr ein weiterhin bestehendes, wenn auch abnehmendes, Kaufpreiserwartungsdelta sowie die gestiegene Komplexität der Assets, insbesondere bei der Analyse und Bewertung der zugrunde liegenden Betreiber- und Betriebskonzepte.
Transaktionsvolumen Hotel (-18 % z. Vj.)
Transaktionsvolumen Hotelimmobilien (in Mrd. €)
Transaktionsvolumen nach Hoteltyp (Anteil in %)
Quelle: Colliers
Betreiberstrukturen rücken in den Mittelpunkt der Bewertung
Die Betreibertransformation ist aktuell der zentrale Werttreiber im Markt. Investoren setzen nicht mehr allein auf Gebäude, sondern auf skalierbare, resiliente Betriebsmodelle.
Die aktuellen Marktbewegungen verdeutlichen einen strukturellen Wandel in der Bewertung von Hotelimmobilien. Betreiber, Konzepte und Vertragsstrukturen prägen die Investmententscheidung zunehmend stärker als die Immobilie selbst. Investoren richten ihren Fokus verstärkt auf die operative Ertragslogik, insbesondere auf die Bonität und Skalierbarkeit des Betreibers, den Vertragstyp sowie die Transparenz der CapEx-Planung. Ergänzend gewinnen Themen wie Kostenentwicklung, Indexierungsmechanismen und Exit-Flexibilität an Bedeutung.
Konsolidierung und neue Partnerschaftsmodelle
Parallel dazu setzt sich die Konsolidierung im Betreiberumfeld weiter fort. Plattformen mit skalierbaren Marken sowie Betreiber mit ausgeprägter Kosten- und Technologiekompetenz bauen ihre Marktposition weiter aus. Gleichzeitig rücken strukturierte Partnerschaften sowie Plattform- und Joint-Venture-Modelle in den Fokus und prägen zunehmend die Marktstruktur.
Internationales Kapital blickt differenziert auf Deutschland
Internationales Kapital richtet seinen Fokus wieder verstärkt auf den deutschen Hotelmarkt, jedoch unter veränderten Rahmenbedingungen. Deutschland wird weiterhin als stabiler Markt wahrgenommen, zugleich aber führen regulatorische Anforderungen, arbeitskostenintensive Strukturen sowie ein moderateres Ratenniveau zu einer differenzierten Risikobewertung.
Investorenaktivität nimmt zu – Marktbelebung im Jahresverlauf erwartet
Es zeichnet sich dennoch eine klare Belebung der Investorenaktivität ab.
Eine wachsende Zahl internationaler Kapitalgeber analysiert intensiv deutsche Hotels, mit unterschiedlichen Strategien und Risikoprofilen. Parallel prüfen vermehrt südeuropäische Owner-Operator-Strukturen den Markteintritt oder setzen diesen bereits um.
Für das Gesamtjahr 2026 deutet sich eine sukzessive Belebung der Transaktionsaktivität an. Während Europa bereits von hoher Liquidität und steigender Investorenaktivität profitiert, führen anhaltende geopolitische Unsicherheiten sowie volatile Entwicklungen in anderen globalen Märkten zu einer verstärkten Reallokation internationalen Kapitals. Europa rückt damit als vergleichsweise stabiler Investitionsstandort stärker in den Fokus internationaler Investoren.
Bereits im ersten Quartal zeigte sich, dass Transaktionen zunehmend strukturiert und differenziert umgesetzt werden, insbesondere bei Assets mit operativen Herausforderungen oder in Restrukturierungssituationen. Dies spricht dafür, dass sich die laufende Preisfindungsphase in den kommenden Quartalen verstärkt in konkrete Abschlüsse übersetzen dürfte.
Komplexität erfordert integrierte Transaktionsberatung
In diesem Marktumfeld ist der Zugang zu nationalen und internationalen Marktteilnehmern sowie die enge Vernetzung mit Investoren-, Betreiber- und Finanzierungskreisen ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Im Mittelpunkt stehen dabei die wirtschaftliche und operative Einordnung der Assets, insbesondere die Bewertung von Risiken, die Analyse von Betreiber- und Vertragsstrukturen sowie die Beurteilung der Tragfähigkeit der zugrunde liegenden Konzepte. Gerade bei komplexeren Transaktionen ist eine konsistente und belastbare Aufbereitung entscheidend für den weiteren Prozessverlauf.
Herausforderndes Umfeld und Selektivität bremsen den Wohninvestmentmarkt zu Jahresbeginn
Auf dem deutschen Wohninvestmentmarkt wurden im ersten Quartal 2026 Transaktionen mit einem Volumen von 2,1 Mrd. € registriert. Dies entspricht einem Rückgang um 16 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum sowie um 12 % im Vergleich zum durchschnittlichen Quartalsvolumen des Jahres 2025. Grund für die weiterhin verhaltene Marktaktivität ist das anhaltend anspruchsvolle makroökonomische Umfeld. Investoren agieren infolgedessen, wie bereits im Gesamtjahr 2025, auch zum Jahresbeginn 2026 zurückhaltend und selektiv. Zudem fehlt es dem Markt weiterhin an großvolumigen Portfoliotransaktionen.
Transaktionsvolumen institutionelles Wohnen (-16 % z. Vj.)
Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist über alle Segmente hinweg weiterhin hoch und zuletzt sogar gestiegen. Aktuell spiegelt sich diese Entwicklung jedoch nicht im Transaktionsvolumen wider.
Zum Jahresbeginn wurden zahlreiche neue Kapitalzusagen getätigt und Investoren haben angekündigt, verstärkt in Wohnimmobilien investieren zu wollen. Dies dürfte sich im weiteren Jahresverlauf zunehmend in konkreten Transaktionen niederschlagen. Die Dynamik ist auch Anfang dieses Jahres, wie schon im Gesamtjahr 2025, weiter gedämpft. Die im Quartalsverlauf gestiegenen makroökonomischen Risiken haben die abwartende Haltung vieler Investoren verstärkt. Die Produktpipeline ist jedoch gut gefüllt und zahlreiche Transaktionen befinden sich in Vorbereitung, sodass im Jahresverlauf mit einer Belebung der Investmentaktivitäten zu rechnen ist.
Positive Entwicklung bei Einzeltransaktionen mit durchschnittlich größerem Volumen
Das Ergebnis des ersten Quartals 2026 ist von einem sehr niedrigen Anteil von Portfoliotransaktionen geprägt. Mit einem Volumenanteil von 23 % hat sich dieser im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert. Zudem sind die Portfoliogrößen rückläufig.
Deutlich positiver entwickelte sich das Segment der Einzeltransaktionen: Mit 1,6 Mrd. € lag das Transaktionsvolumen hier um 20 % über dem Vorjahreswert. Der durchschnittliche Kaufpreis je Transaktion (ohne Portfolios) stieg auf 18 Mio. € und lag damit 9 % über dem Durchschnitt des Gesamtjahres 2025.
Zudem stieg die Zahl der Transaktionen insgesamt. So wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 97 Kauffälle registriert, nach 72 im Vorjahreszeitraum. Damit ist das Jahresauftaktquartal 2026 gemessen an der Transaktionsintensität das zweitbeste Quartalsergebnis seit Anfang 2025. Insgesamt zeigt sich der Markt sehr aktiv, jedoch weiterhin ohne großvolumige Abschlüsse.
Investmentaktivität stärker auf Top 7 Städte konzentriert
Die Investmentaktivität konzentrierte sich im ersten Quartal deutlich stärker auf die Top 7 Standorte als zuletzt.
Insgesamt entfielen rund 1,2 Mrd. € bzw. 60 % des Transaktionsvolumens auf diese Märkte, ein Anstieg um 83 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Außerhalb der Top 7 Städte belief sich das Transaktionsvolumen auf 834 Mio. € und war damit rund 1 Mrd. € niedriger als im Vorjahreszeitraum.
Besonders gefragt waren Berlin (rund 622 Mio. €), gefolgt von Hamburg (343 Mio. €) und Düsseldorf (166 Mio. €). Der größte Einzeldeal war der Verkauf der Quartiersentwicklung „Neulichterfelde“ durch die Groth Gruppe für rund 300 Mio. € in Berlin. Darüber hinaus wurden drei weitere Transaktionen mit einem Volumen von jeweils über 150 Mio. € in Hamburg, Berlin und Düsseldorf registriert.
Marktaktivität bei Forward Deals und Projekten deutlich gestiegen
Das Fundament des Wohninvestmentmarktes bildeten auch zu Jahresbeginn Core-Bestandsimmobilien jungen Baualters. Positiv ist, dass erstmals seit Längerem bei Forward Deals und Projekten wieder eine spürbar höhere Aktivität zu sehen war. So entfielen rund 44 % des Transaktionsvolumens auf diese Produkttypen, nach rund 30 % im Gesamtjahr 2025. Das zu Jahresbeginn planbarere Finanzierungsumfeld und die geringere Preisdifferenz zwischen Käufern und Verkäufern haben die Aktivität bei Forward Deals und Projekten spürbar belebt.
Verkäuferseite von Projektentwicklern und Bauträgern geprägt
Auf Käuferseite zeigten sich bezogen auf das Transaktionsvolumen insbesondere Vermögensverwalter mit 28 % (Vorjahr 25 %) sowie Wohnungsunternehmen und Wohnungsgesellschaften mit ebenso 28 % (Vorjahr 14 %) am aktivsten, während die Verkäuferseite von Projektentwicklern und Bauträgern mit 44 % (Vorjahr 25 %) dominiert wurde.
Nachdem im Gesamtjahr 2025 Verkäufe im Größensegment von 15 bis 50 Mio. € den Wohninvestmentmarkt anführten, hatten zu Jahresbeginn 2026 Verkäufe über 100 Mio. € den höchsten Anteil trotz fehlender Portfoliodeals. So lag der Anteil in diesem Segment bei 38 % bzw. 790 Mio. € (Vorjahr 33 %). Transaktionen zwischen 15 bis 50 Mio. € stellen mit 616 Mio. € (30 %) die zweitgrößte Gruppe dar (Vorjahr 37 %).
Mietdynamik hält an, differenziert sich jedoch zunehmend – Renditen bleiben stabil
Das starke Mietwachstum des letzten Jahres hat sich auch zu Jahresbeginn 2026 fortgesetzt, wobei sich die Dynamik zwischen den Märkten differenziert darstellt.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Angebotsmieten im Durchschnitt wie auch die Spitzenmieten im Bestandssegment in den Top 7 Städten um etwa 3 %. Die Durchschnittsmieten bei Neuvermietungen für Bestandswohnungen liegen in den A-Städten zu Jahresbeginn 2026 bei 16,85 Euro/m², die Spitzenmieten bei 24,40 Euro/m². Einige Städte zeigten dabei eine besonders dynamische Mietpreisentwicklung. So verzeichneten Hamburg, Köln und Düsseldorf Anstiege im Bereich von 6 bis 7 %, während Berlin einen Rückgang um 3 % registrierte.
Die Renditen für Wohninvestments zeigen sich zu Jahresbeginn 2026 weiter stabil. Für junge Bestandsobjekte liegen die Spitzenrenditen in Deutschlands Top 7 Städten weiter bei 3,85 % an anderen Standorten bei 4,50 %. Für 2026 erwarten wir zum aktuellen Zeitpunkt weiterhin noch ein gleichbleibendes Renditeniveau, da Wohnen die höchste Krisenresilienz hat und die grundsätzliche Nachfrage sehr hoch ist. Die Entwicklungen rund um die geopolitischen Konflikte werden jedoch aktuell eng beobachtet, da sie die weiteren Marktbewegungen beeinflussen. Aufgrund des eingetrübten und angespannten Makroumfeldes sind jedoch auch im Wohnsegment leicht steigende Renditebewegungen auf Jahressicht möglich.
Die weiterhin grundsätzlich positive Stimmung auf Investorenseite dürfte die Marktaktivität unterstützen und positiv wirken.
Forward Deals rücken zuletzt wieder verstärkt in den Fokus und resultieren in konkreten Transaktionen. Das anhaltende Mietwachstums und wieder gestiegene Nachfrage nach jungen Core-Bestandsimmobilien wirken sich insgesamt positiv auf den Wohninvestmentmarkt aus.
Trotz eines unerwartet schwächeren Jahresauftakts bleibt die Nachfrage nach Wohninvestments auch 2026 hoch. Investoren sehen in diesem Jahr Chancen einer leichten Erholung und positionieren sich trotz eingetrübtem Makroumfeld, werden jedoch weiterhin selektiv agieren und klare Anforderungen an Objektqualität, Standort und Cashflow stellen. Die Angebotsseite dürfte weiterhin gut aufgestellt sein, während ausreichend Investmentprodukte zur Verfügung stehen. Aufgrund der wieder gestiegenen Finanzierungskosten werden insbesondere große Bestandshalter zur Reduktion von Refinanzierungsrisiken und der Senkung der Verschuldungsquoten Bestände zur Disposition stellen. Dadurch ist eine Verbesserung des Angebots zu erwarten. Der Wettbewerb um Produkte wird steigen und zum aktuellen Zeitpunkt erscheint ein Transaktionsvolumen im Bereich der vergangenen beiden Jahre von 9 bis 10 Mrd. € in 2026 noch realistisch. Sollte sich die geopolitische Lage jedoch weiter zuspitzen oder Spannungen lange andauern, könnten Verzögerungen bei Transaktionen und Preisjustierungen den Markt dämpfen und den Start eines neuen Zyklus entsprechend verzögern.
Kapital kehrt selektiv in Büro- und Geschäftshäuser außerhalb der Top 7 zurück
In Deutschland wurden abseits der Top 7 im Gesamtjahr 2025 Büro- und Geschäftshäuser für 1,9 Mrd. € gehandelt. Dies bedeutet einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert um 14 %. Die Zahl der Transaktionen nahm um 15 % ab.
Transaktionsvolumen abseits der Top 7 (-14 % z. Vj.)
Transaktionsvolumen Büro/GH abseits Top 7 (in Mrd. €)
Transaktionsvolumen nach Region (in Mio. €)
Quelle: Colliers
Frühzyklische Erholung geht von liquidesten Märkten aus
Die frühe Erholung im Gewerbeinvestmentmarkt beginnt selektiv und diszipliniert. Investoren kehren zu Büro- und Geschäftshäusern zurück, außerhalb der Top 7 jedoch nur dort, wo Lage, Nutzung und Cashflow langfristig überzeugen.
Limitiert wird die Marktdynamik vor allem vom Ausbleiben großvolumiger Transaktionen. Knapp drei Viertel des Transaktionsvolumens und rund 94 % aller Abschlüsse entfielen auf die Größenkategorie unter 50 Mio. €. Lediglich acht Transaktionen lagen darüber. Die Durchschnittsgröße aller Verkäufe 2025 lag bei 15 Mio. €, knapp die Hälfte der Summe, die in Top 7 Märkten anzutreffen ist. Größte Transaktion war ein Immobilienensemble am Freiburger Hauptbahnhof, das für 88 Mio. € von der Hannover Leasing an ein süddeutsches Family Office veräußert wurde.
Anhand dieser Transaktion lässt sich idealtypisch festmachen, worauf Investoren im aktuellen Marktumfeld Wert legen, wenn sie sich abseits der nationalen Investmentzentren umsehen. Innerhalb eines wirtschaftlich und demografisch gut aufgestellten Makrostandortes befindet sich das marktprägende Objekt in einer zentralen Lage. Der Mikrostandort eröffnet ein breites Nachfragespektrum das im Fall von Nachvermietungen Leerstandsrisiken minimiert. Gleichzeitig sichern einige langlaufende Mietverträge stabile Einnahmen. Ein realistischer Kaufpreisansatz unter Berücksichtigung des Marktkonformität des Objektes ermöglicht dem Käufer einen attraktiven, risikoadjustierten Business-Case.
Nordrhein-Westfalen erneut regionaler Schwerpunkt
Überregional bedeutende B-Städte vereinten mit 763 Mio. € bzw. 40 % Marktanteil die größte Anlagesumme außerhalb der Top 7 auf sich. Mit knapp 150 Mio. € rangiert Dortmund auf Platz 1, gefolgt von Freiburg (115 Mio. €) und Darmstadt (102 Mio. €). Über ein Viertel des Transaktionsvolumens floss nach Nordrhein-Westfalen. Neben den Ruhrgebietsstädten Dortmund und Essen zählte auch Bonn, das sich durch einen hohen Anteil öffentlicher und staatsnaher Nutzer als besonders Cashflow-stabiler Markt etabliert hat, zu den Favoriten der Anleger.
Marktbelebung geht von zentralen Lagen in B- und C-Städten aus
Der neue Zyklus bietet attraktive Einstiegschancen vor allem für eigenkapitalstarke Investoren, die bei Kaufopportunitäten abseits der Kernmärkte nicht auf Fremdkapital angewiesen sind. Vor allem von Privatinvestoren und regional aktiven Family Offices erwarten wir in den nächsten Monaten weiterhin reges Kaufinteresse. Auch wenn Top 7 Städte gerade bei großvolumigen Investments, die Grundlage einer signifikanten Markterholung sind, weiter klar im Fokus stehen, werden auch zentrale Lagen von B- und C-Städten von anziehender Nachfrage profitieren. Das Volumenwachstum wird allerdings auch 2026 moderat bleiben.
Bruttospitzenrendite Büroimmobilien (in %)
Quelle: Colliers